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Ausschuss IV:
Das Weißbuch zur "EU-Jugendpolitik"
Die Idee
Auf der Ratssitzung vom 23. November 1999 kündigte die EU-Kommissarin
Viviane Reding an, dass die Europäische Kommission die Erarbeitung
eines Weißbuchs zum Thema Jugendpolitik plane. Die EU-Kommission
leitete in der Folge einen breiten Befragungsprozess mit Jugendlichen,
Jugendorganisationen, den Regierungen der Mitgliedstaaten, Jugendforschern
und anderen Akteuren in diesem Bereich ein. Ziel des Weißbuchprozesses,
der gerade von Jugendlichen selbst maßgeblich mit beeinflusst
werden soll, ist unter anderem die Gestaltung einer gemeinsamen Europäischen
Jugendpolitik.
Warum ein Weißbuch?
Die Notwendigkeit einer Jugendpolitik in der EU war noch vor wenigen
Jahren heftig umstritten. Mit dem Beschluß der Jugendminister
zur Erstellung eines Weißbuches im November 1999 scheint heute
auf politischer Ebene endgültig kein Zweifel mehr an der grundsätzlichen
Notwendigkeit einer EU weiten Jugendpolitik zu bestehen.
Durch verschiedene Programme der EU ( Jugend für Europa oder den
Europäischen Freiwilligendienst) bestätigt, kam die Kommission
zu dem Schluß, die politische Debatte über das Thema Jugend
zu vertiefen und zu erweitern um so intensiver als die bisherigen Programme,
die Kooperation unter den Mitgliedsstaaten im Jugendbereich für
die kommenden Dekaden zu entwickeln. Der Weißbuchprozeß,
der diese Ziele der EU-Kommission verfolgt, strebt hierbei nicht nur
eine enge Zusammenarbeit auf den nationalen Ebenen an, sondern versucht
im besonderen Maße die Belange der lokalen und regionalen Ebenen
mit aufzunehmen. Kern des gesamten Weißbuchprozesses soll jedoch
die Kooperation zugunsten und mit Unterstützung der Jugendlichen
in der EU sein.
Das Weißbuch wird in diesem Sinne nicht nur eine Ist-Situation
der Jugendlichen vorstellen, sondern deren Belange und Wünsche
aufführen und anhand dieser versuchen, entsprechende Aktionspläne
aufzustellen, um Lösungen und Antworten anzustreben. Das Weißbuch
wird also zum einen eine Antwort auf die Erwartungen der Jugendlichen
sein, zum anderen eine Antwort auf den Bedarf der Mitgliedstaaten der
EU.
Die Akteure
Der Wunsch der Europäischen Kommission war es (in den schriftlichen
Vorgaben ausdrücklich entsprechend formuliert), dass die Jugend
direkt angesprochen wird und sich auch direkt artikuliert. Diese Beteiligung
der Jugend an den Vorarbeiten für das Weißbuch zur Jugendpolitik
der EU war als eigener, erster "Strang" angelegt worden. Unabhängig
von den Jugendkonferenzen, die die Beteiligung der Jugendlichen in diesem
Prozess garantierten, formulierten andere Gruppen, z.B. die "für
die Jugendarbeit Verantwortlichen" (freie und öffentliche
Träger der Jugendhilfe und Jugendpolitik), in einem zweiten "Strang"
ihre Vorstellungen. Den dritten "Strang" bildeten Wissenschaft
und Forschung.
Die Kommission hat damit eine tiefgreifende Debatte zum Thema Jugend
initiiert, die mit der Veröffentlichung des Weißbuches in
der zweiten Jahreshälfte 2001 erste Ergebnisse der Diskussion über
eine zukünftige gemeinsame Jugendpolitik präsentiert. Aber
erst nachdem Fragen zur konkreten Umsetzung, die in der Zukunft sicherlich
noch viel kontroverser geführt werden, als dies bisher der Fall
war, beantwortet sind, wird man von einer realen Europäischen Jugendpolitik
sprechen können. Dies ist ein Grund, warum der Weißbuch-Prozess
mit der Veröffentlichung desselben auch nicht abgeschlossen ist,
sondern erst am Anfang steht.
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